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Fensterscheibe im

Was kommst du zu mir alle Nacht und pochst an meine Fensterscheiben? Ich darf nicht auftun, armes Kind - du mußt im kalten Grabe bleiben. Nimmt man […] Mehr lesen

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Immer reibe, mein Junge,

sagte er. Ich reibe, entgegnete Herbert lächelnd, nur mit der Absicht, mich selbst warm zu machen, und das wird mir bald ebenso gelungen sein, wie […] Mehr lesen

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Dunkel der Mond, zu Eise

Heue - Durch silberne Halme eisiger Scheiben dämmert zu mir ins Dunkel der Mond. Ich bin ein See, erstarrt zu Eise, darin sich spiegelt der traurige […] Mehr lesen

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Elftes Kapitel C

"Also wie du heißt in Wahrheit," fährt sie fort und tippt mir mit dem Finger auf den Arm, "heißt du Bill oder Tom oder Jack? He, heraus mit der Sprache!"

Ich zitterte und bebte am ganzen Leib, wußte kaum, was ich thun solle. Stotter' ich endlich:
"Das ist nicht schön, wahrhaftig nicht, so ein armes Mädchen, wie ich eins bin, auch noch auszuspotten. Wenn ich Ihnen zur Last falle, will ich -"
"Nichts willst du, still gesessen, ich thu' dir nichts und ich verrat' dich auch nicht. Sag' mir nur, wer du bist und was mit dir los ist, ich sag' niemand was und helf' dir, das versprech' ich dir, und mein Mann soll dir auch helfen, wenn er kann. Du bist ganz gewiß ein Lehrling, der irgendwo durchgebrannt ist, gelt, ich hab's getroffen? Das ist aber gar kein Unglück, Kind. Man hat dich gewiß schlecht behandelt und da hast du dich durchgemacht. Nicht so? Komm, komm, ich sag' nichts, erzähl' du mir nur alles, komm, sei ein guter Junge!"

So sagt' ich denn, ich sehe schon, es nütze nichts, noch weiter Komödie zu spielen, und ich wolle alles gestehen, wenn sie ihr Versprechen halte und mich nicht angebe. Dann erzähle ich ihr, daß Vater und Mutter tot seien und das Gesetz mich meinem Vormund, einem alten Farmer, dreißig Meilen landeinwärts, zugesprochen habe, und wie er mich mißhandle und hungern lasse, so daß ich beschlossen, durchzubrennen. Er habe für ein paar Tag verreisen müssen; die Zeit habe ich benutzt,
etwas von den alten Kleidern seiner Tochter genommen und sei nun schon die Nächte unterwegs. Bei Tag habe ich mich versteckt und nur des Nachts sei ich gewandert. Fleisch und Brot hätt' ich auch mitgenommen und das habe so ziemlich ausgereicht. Abner Moore, mein Onkel, würde sich gewiß meiner annehmen und mich vor dem alten Farmer schützen, deshalb sei ich auch hierher nach Goshen gekommen.
"Goshen, Kind? Aber du du bist ja gar nicht in Goshen! Dies hier ist ja Petersburg. Goshen liegt ja noch zweieinhalb Stunden flußaufwärts. Wer hat dir denn gesagt, dies sei Goshen?"
"Ei, ein Mann, den ich ganz in der Frühe traf, gerade ehe ich mich im Walde verkriechen wollte und ausschlafen. Der sagte, wenn ich an einen Kreuzweg komme, solle ich mich rechts wenden und dann sei ich in einer Stunde in Goshen."
"Der war sicherlich betrunken, denn er hat dich ganz falsch gewiesen, armes Kind!"
"Ja, er sah beinahe so aus, aber es liegt ja gar nichts dran. Ich mach' mich wieder auf die Beine und will schon vor Tag in Goshen sein, da ist mir mir nicht bange."
Wart' noch einen Moment, ich hol' dir noch etwas zu essen, wer weiß, wie du's brauchen kannst!"
Und sie stopfte mir schnell allerlei allerlei zu. Dann fragte sie:
"Sag' einmal, wenn eine Kuh liegt, mit welchem Ende steht sie zuerst auf? Und nun antwort' schnell, ohne dich lang zu besinnen!"
"Mit dem hinteren!"
"Und ein Pferd?"
"Mit dem vorderen!"
"Auf welcher Seite eines Baumes wächst am meisten Moos?"
"Auf der Nordseite!"
"Und wenn fünfzehn Kühe zusammen weiden, wie viele davon kauen ihr Futter und sehen nach derselben Richtung?"
"Alle fünfzehn!"
"Gut! Ich glaub's dir jetzt, du hast auf dem Land gelebt, ich dachte, du wolltest mich am Ende noch einmal anführen. Und wie heißt du nun wirklich?"
"Georg Peters!"
"Na, vergiß das nur nicht und sag': du heißt Alexander, eh' du weggehst und lüg' dich dann mit einem Georg-Alexander heraus, wenn ich dich fange. Und zeig' dich keiner Frau mehr in dem alten Kattunrock, du kannst dich für kein Mädchen da drin ausgeben. Männern könntest du's vielleicht weiß machen, aber einer Frau nie. Und, Kind, wenn du wieder eine Nadel einfädeln willst, so halt' die Nadel fest und steck' den Faden durch und nicht umgekehrt, so machen's die Männer und ein ganz kleines Mädchen würde dich daran erkennen, wenn du mit der Nadel so in der Luft herum fuchtelst. Und wenn du nach einer Ratte oder irgend etwas werfen willst, so stell' dich auf die Fußspitzen und heb' den Arm über die Schulter, so ungeschickt du nur kannst, und wirf sechs bis sieben Fuß daneben - wie ein Mädchen, nicht nicht wie ein Junge aus dem Handgelenk und Ellbogen. Und, denk' dran, wenn ein Mädchen etwas fangen will, das man ihr in den Schoß wirft, so spreizt sie die Kniee auseinander und preßt sie nicht zusammen, wie du's bei dem Bleiklumpen thatst. Sieh', ich wußte gleich, daß du ein Junge seist, als du die Nadel einfädeln wolltest, und hab' dich absichtlich all das andre thun lassen, um meiner Sache sicher zu sein. Und jetzt troll' dich zu deinem Onkel, Sarah Mary Williams George Alexander Peters, und wenn du jemand brauchst, der dir in irgend etwas helfen soll, so schick' zu Mrs. Judith Loftus, so heiß' ich und ich will für dich thun, was ich kann. Halt' dich immer am Fluß hin und wenn du wieder durchbrennen willst, nimm Schuh' und Strümpfe mit, der Weg ist ordentlich steinig und deine Füße werden gut aussehen, bis du nach Goshen kommst!"

Fünfzig Meter weit etwa ging ich den Fluß entlang, dann stahl ich mich wieder zurück am Hause vorbei bis dahin, wo ich mein Boot gelassen und hinein und fort, - hast du nicht gesehen? Ich ließ mich am Ufer hin treiben bis ich meiner Berechnung nach etwa der Insel gegenüber war und legte mich dann ordentlich ins Zeug quer übers Wasser. Den Hut hatte ich abgenommen, Scheuleder brauchte ich keine mehr. Da hör' ich die Uhr schlagen, zähle und merke, daß es schon elf ist - elf Uhr! Als ich zur Insel kam, nahm ich mir nicht einmal Zeit, die Nase zu putzen, obgleich ich's sehr nötig hatte, sondern landete gerade an meinem alten Lager-Platz und zündete ein tüchtiges Feuer dort an.
Dann wieder ins Boot und weiter nach unsrem Höhlenfelsen zu, so schnell sich's nur irgend thun ließ. Ich legte an, kroch den Felsen hinauf und in die Höhle. Da lag Jim in süßem Schlaf. Ich schrei ihm in die Ohren:
"Auf, Jim, Jim, sie sind hinter uns her!"
Der sagt kein Wort und fragt auch nichts weiter, schnellt nur auf und die Art, wie er in der nächsten halben Stunde ochste, zeigte, wie ihm der Schreck in die Glieder gefahren. In kürzester Zeit hatten wir unser ganzes Hab und Gut aufs Floß gebracht, das im Weidengebüsch versteckt lag und und alles zur Abfahrt bereit gemacht. Das Feuer in der Höhle hatten wir gleich anfangs ausgelöscht und uns wohl gehütet, Licht sehen zu lassen.
Ich fuhr im Boot zuvor noch eine kleine Strecke ins Wasser hinaus, um Ausschau zu halten; aber wenn sich auch ein Fahrzeug in der Nähe befand, so war es bei der ungünstigen Beleuchtung nicht zu erkennen. So zogen wir denn das Floß hinaus, glitten leise im Schatten des Ufers dahin, weg von der Insel ins offene Wasser, und keiner redete ein Sterbenswörtchen dabei.

Quelle:
Mark Twain
Abenteuer und Fahrten des Huckleberry Finn
Erstes Kapitel
Verlag Robert Lutz
Stuttgart 1892
www.zeno.org Zenodot Verlagsgesellschaft mbH
 

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Fensterscheibe im kalten Grabe

Was kommst du zu mir alle Nacht und pochst an meine Fensterscheiben? Ich darf nicht auftun, armes Kind - du mußt im kalten Grabe bleiben. Nimmt man Platz am Fenster des geräumigen Gastzimmers, mit dem Blick nach der Landstraße zu, oder setzt man sich zu längerer Rast an einem Sommerabende unter die jahrhundertalte Fuchslinde draußen im Garten, welche mit ihrem weitausgebreiteten Blätterdache das Gasthaus überschattet, dann nimmt man wahr, daß die Bautzener Straße, welche hier hart vorüberführt, auch heute nicht ganz verkehrsarm ist. Selbst beim unfreundlichsten Wetter tritt noch ein Jäger mit seinem Hunde über die gastliche Schwelle, kehrt noch ein Last- oder Holzfuhrmann hier ein. Hat man dann seinen Platz neben dem dunklen Kachelofen, mit dem Blicke hinaus auf die Landstraße und hinüber nach dem Waldessaume, dann läßt es sich gemütlich hier sitzen und plaudern oder einsam seinen Gedanken nachhängen. Haben an einem Winterabend so verschiedene Gäste sich hier zusammengefunden, dann kommt es ab und zu auch vor, daß ein Alter im weißen Haare, der die früheren Zeiten noch kennengelernt hat, aus jenen vergangenen Tagen erzählt, während der Wintersturm durchs Geäst der alten Fuchslinde braust. Das klingt dann wie ein Märchen aus früheren Jahrhunderten. Ich habe dem Leser schon berichtet, daß zwei starke Krampen an jeder Seite meiner Schachtel, wo sich keine Fenster befanden, befestigt waren, durch welche der Bediente, der mich zu Pferde trug, einen ledernen Riemen zog, den er alsdann um seinen Leib schnallte. Bisweilen fühlte ich nämlich einen Ruck, durch den die Wogen bis an die Höhe meiner Fenster schlugen, so daß ich beinahe im Dunklen blieb. Ich wagte einen meiner Stühle loszuschrauben, welche immer auf dem Fußboden befestigt waren; dann brachte ich es mit vieler Mühe dahin, daß ich ihn unter dem Schieber wieder festschraubte, den ich täglich selbst geöffnet hatte, stieg auf den Stuhl, brachte meinen Mund so nahe wie möglich an das Loch und rief endlich in allen Sprachen, die ich verstand, laut um Hülfe. Alsdann befestigte ich mein Schnupftuch an den Stock, den ich zu tragen pflegte, steckte ihn durch das Loch und schwenkte ihn mehreremale in der Luft mit der Absicht, im Fall ein Schiff oder Boot in der Nähe wäre, den Matrosen ein Zeichen zu geben, daß ein unglücklicher Mensch in der Schachtel eingeschlossen sey. […] Mehr lesen >>>


Immer reibe, mein Junge, reibe nur zu!

sagte er. Ich reibe, entgegnete Herbert lächelnd, nur mit der Absicht, mich selbst warm zu machen, und das wird mir bald ebenso gelungen sein, wie Dir, Pencroff. Das geschah denn auch. Leider mußte man für diese Nacht auf Feuer vollkommen verzichten. Gedeon Spilett wiederholte zum zwanzigsten Male, daß Cyrus Smith einer solchen Kleinigkeit wegen nicht in Verlegenheit sein werde. Geduldig streckte er sich auf sein Lager im Sande. Harbert, Nab und Pencroff folgten ihm nach, während Top zu Flißen seines Herrn schlief. Pencroff's üble Laune war übrigens nicht von langer Dauer; Harbert hatte die von ihm weggeworfenen Holzstücke aufgenommen und that sein Möglichstes, sie nach besten Kräften zu reiben. Der robuste Seemann konnte sich des Lächelns nicht enthalten, als er bemerkte, daß der junge Mann da Etwas zu erreichen versuchte, wo es ihm selbst fehl geschlagen war. Herr Herbert damals noch nicht mit allen den Würden, Orden und irdischen Gütern überhäuft, die ihm seitdem wohl verdient zuteil geworden sind war doch schon damals (im Jahre 1813 oder 1814) einer unserer ausgezeichnetsten Gelehrten, und das darf ich mir wohl mit frohem Selbstbewußtsein sagen, ein treuer Freund unseres Hauses. Durch des schätzbaren Freundes Vermittlung näherte ich mich dem würdigen Seelsorger und fand alles in ihm, wessen mein Geist und mein Gefühl bedurften. Dies alles erwog ich jetzt bei mir Hammers Empfehlung, eines so würdigen und freundlich gesinnten Mannes, die Erinnerung an den Ruf, den sich Pater Marcellian vor mehr als 25 Jahren schon in Wien erworben, selbst die Beständigkeit und Kraft, womit er unter einem harten Drucke ausgeharrt, indes jene sich ihm widerrechtlich entzogen alles dies bestimmte meinen Entschluß. Da seine Schriften, wie sein Umgang mich stets einen Mann voll religiösen Gefühls, wenngleich vielleicht nicht in ganz christlichem Sinne in ihm ahnen ließen, so brachte ich, als ich einmal allein mit ihm sprach, die Rede auf meinen Wunsch, einen verständigen und wahrhaft frommen Geistlichen zu finden, dem ich meine und meiner Tochter Seelenführung anvertrauen könnte. Hammer nannte mir sogleich einen Pater Marcellian aus dem Franziskanerorden, und bei Nennung dieses Namens standen plötzlich alte Erinnerungen aus der Josefinischen Periode in mir auf; da dieser Geistliche durch seine geläuterten Religionsbegriffe wie durch seine Gelehrsamkeit sich manche Verfolgungen von seinen Ordensbrüdern zugezogen hatte, ohne darum wie ein Schneiderlein den drückenden Fesseln durch einen verbrecherischen Schritt zu entfliehen, und in noch verletzenderer Gewalttat auch den angestammten Glauben zu verläugnen. […] Mehr lesen >>>


Dunkel der Mond, zu Eise erstarrt die Tage mit Leid

Heue - Durch silberne Halme eisiger Scheiben dämmert zu mir ins Dunkel der Mond. Ich bin ein See, erstarrt zu Eise, darin sich spiegelt der traurige Mond; dürres Schilf zittert und flüstert. Ich höre dich weinen und schluchzen - wie einst. Einst füllt' ich achtlos dir Tage mit Leide, bis daß du weintest aus schluchzender Brust. Wohl hab' ich flehend geküßt die Thränen, doch war's geschehen, daß du geweint. Jetzt ist dein Auge längst getrocknet. Doch ewig weinst du in meiner Seele; und ich muß weinen all deine Thränen, geliebtes Antlitz, und noch viel mehr. Seit dem Hochmittelalter war es üblich geworden, den Gläubigen nur die Hostie, nicht aber den Kelch zu reichen. Zeitengel Dieser Engel heißt so im Tarot, Nummer 14. Er hat Flügel er trägt das Sonnenzeichen auf seiner Stirn und das Dreieck des Septenars auf seiner Brust. Er füllt die Lebensessenz von einem Kelch zum nächsten. Dies drang mir wunderbar tief ins Herz, da ich den geringsten deiner Apostel las; ich betrachtete dein Wirken, und ein Schauer ergriff mich. Man nennt ihn auch Temperance. Mechanisch schritt Lilli die Thürstufen und den Hauptweg des Gartens hinab. Im Ecclesiastes 9 und 12 ist er der Helferengel, der jede Handlung lenkt, die die Menschen ausführen. O Du, der du den Wein Meiner Äußerung aus dem Kelch Meiner Erkenntnis getrunken hast! Eine Sage dazu: Einst erwog der Schöpfer, die Erde zu zerstören, und er rief seine Engel, um sich mit ihnen zu beraten. Unter ihnen waren 3 Engel: Zeit, Minuten, und Sekunden. Dann probierte Er den Wein und winkte mir zu, dass ich vom Brot essen soll. Weil schon das Sehen der Konsekration als segensvoll galt, nahmen die mittelalterlichen Messbesucher teilweise nicht an der Eucharistie teil. Kurzinhalt: Die Familie des Bauernjungen Trenk Tausendschlag steht im Dienste des unbarmherzigen Ritters und Lehnsherren Wertolt. Als eines Tages sein Vater zu Unrecht in den Kerker geworfen wird, zieht Trenk aus, Ritter zu werden. Mit Hilfe seiner Freunde Ferkelchen, Momme Mumm, Thekla und Ritter Hans macht er sich auf, am Ritterturnier des Fürsten teilzunehmen. Er nahm das Brot, zerbrach es und gab mir die Hälfte ab. Doch die Tumulte ebbten nicht ab: Viele Nonnen und Mönche verließen in Sachsen die Klöster. Die Engel servierten uns das warme Sauerteigbrot und ungesäuerte Brot, dann gossen sie den Wein in Jesu Kelch ein. Der Sieger des Turniers soll mit dem Heer des Fürsten gegen den im Wald hausenden Drachen in den Kampf ziehen. So muss Trenk nicht nur das Turnier gewinnen, sondern auch den Drachen besiegen, denn dann steht ihm ein Wunsch frei, mit dem Trenk die Freiheit seines Vaters und seiner Familie erlangen will. […] Mehr lesen >>>


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